Look around the Globe


Update: Wie man Grenzen in Asien – tatsächlich und bildlich - überschreitet - die Expresstour durch Zentralasien.

 

Episode 2:

Stell dir vor, du hast 3 Wochen Urlaub, das heißt 22 Tage – mal 24 Stunden – ergibt 528 Stunden fürs Erkunden, Schlafenszeit nicht eingerechnet. Der Plan: 15.000 km – hin und zurück. Also los! Es wird eine kurze Geschichte über etwas, das wir getan haben, was eigentlich zum Scheitern verurteilt war. Die ganze Reise konnte man von Anfang an als verrückt einstufen. 2 Monate Vorbereitung für 7 Länder, von denen man für 5 davon ein Visum benötigt, waren ein Stress, bevor wir überhaupt abreisten. Im Jahr 2016 begann die Vorbereitung der Dokumente, darunter zwei Ablehnungen für russische Transitvisa, ein Sondertreffen mit dem usbekischen Botschafter, der wegen des Schocks über unseren Reiseplan einige Fehler bei unseren Einreiseterminen machte, und ein völlig neues E-Visum für Tadschikistan, das aussah wie ein gefälschtes Papier, das uns von einem Hacker zugeschickt wurde.

Dieser Teil entmutigte uns nicht. Wie wir heute wissen, sind die Verfahren für einige Länder viel einfacher; also denken Sie an Zentralasien als Ihr Reiseziel - das Abenteuer wartet dort. Hoch motiviert und auf Langstrecken vorbereitet, fuhren wir durch Polen und hielten zunächst 6 Stunden an der weißrussischen Grenze. Die Leute hatten uns gewarnt, auf so etwas vorbereitet zu sein; also dachten wir - kein Problem, das ist okay.

Dann lief alles wie am Schnürchen: ein Boxenstopp in Brest, die Durchquerung eines wunderbaren und sauberen Landes wie Weißrussland, in einem Tag direkt nach Moskau, 2 Minuten bei der Einreise nach Russland (das war schnell!) und flotter Fahrt nach Kasachstan. Einfach nur Fahren, ohne viele Zwischenstopps am Weg, eine Nacht irgendwo verbracht und am nächsten Tag in der Früh waren wir schon wieder auf der Straße. Menschen! Die Menschen an diesen Orten sind fantastisch, hilfsbereit und wirklich offen. Du bist ihr Gast und jedes Mal bieten sie dir mehr an als das, worum du bittest. Unser Traum war es, einen Fuß ins Kaspisches Meer zu strecken, dann begrüßte uns Usbekistan mit einigen seiner ziemlich interessanten und unerwarteten Dinge. Erstens - die Grenze, die wir nachts erreichten. Zweitens - wir tauschten etwas Geld bei Leuten, die uns tatsächlich mehr Geld gaben, als wir nach einem Check über eine App erwartet hatten, was uns echt glücklich machte. Schließlich stellten wir fest, dass wir aufgrund des Schwarzmarktkurses einige "Gramm" Geld verloren hatten. Warum Gramm?

Das ist eine lustige Geschichte, der wertvollste Geldschein in Usbekistan ist 1.000 SUM, was bedeutet, dass wir für 100 USD jeweils 500 dieser Banknoten erhalten haben, 1.000 insgesamt, kaum möglich, alle in einen Tankrucksack zu stecken. Wir lachen noch heute darüber, dass sie einen LKW voller Geld brauchen, um ein Auto bar zu kaufen. Vergessen sie es, Geld in einer Brieftasche oder Tasche aufzubewahren - nehmen Sie einen großen Koffer! Usbekistan überraschte uns mit Benzin, oder besser gesagt mit der Nichtverfügbarkeit von Benzin. Das ganze Land nutzt Gas - das ist die Strategie der Regierung. Tankstellen sind aufgelassen. Um Ihr Motorrad zu betanken, müssen Sie in der Nachbarschaft an Türen klopfen und fragen, ob sie etwas zu verkaufen haben. Natürlich haben sie es, aber da es wertvoll wie Gold ist, muss der Preis verhandelt werden.

Noch etwas – es ist besser, Filter zu verwenden, da die Flüssigkeit in den 5-Liter-Flaschen zwar nach Benzin aussieht und riecht, aber niemand genau weiß, womit diese gemischt wird. Die vielen Eindrücke aus Usbekistan machen das Land zum Höhepunkt der Reise. Wenn Sie lange Strecken nach Osten oder Westen fahren, müssen Sie noch an etwas denken - Sie können sich in der Zeit irren. Es ist also besser, nach der Zeit zu fragen und sie mit Ihrer Uhr oder Ihrem GPS abzugleichen - es ist manchmal lustig, wenn zwei Personen in verschiedenen Zeitzonen sprechen. Das Asien Express Projekt war auch voller Emotionen über die Natur, der wir auf unserem Weg begegnet sind.

Die Gewinner waren Tadschikistan mit dem Pamirgebirge und seiner berühmten M52, die sich als kürzer, aber schwieriger als erwartet herausstellte, und natürlich Kirgisistan. Spannende, atemberaubende Momente, wenn Sie an anderen Autos vorbeifahren und nur wenige Zentimeter von der Kante entfernt sind, unter der in 30 m Tiefe ein Fluss fließt. Schwieriges, hartes Gelände, schmale Klippen, Abhänge, grüne Landschaft, gemischt mit rauem Boden und schneebedeckten Gipfeln, wenn Sie Ihren Kopf heben, um diesen unglaublichen Platz der Erde in sich aufzunehmen. Beide sind Länder mit geheimnisvollen Landschaften - spektakulär, unentdeckt und unerwartet. Es ist leicht, sich in Zentralasien und die dortige Gastfreundschaft zu verlieben, ihr Lächeln und ihre Selbstlosigkeit, ihre Freundlichkeit, ohne etwas dafür zu verlangen - was heutzutage nicht alltäglich ist.

In Jurten schlafen, die hausgemachten Speisen essen und die Milch direkt vom Kamel oder der Kuh trinken. Aufwachen mit der Sonne, die über den endlosen Flächen und Feldern um dich herum scheint, Schlafen mit Tausenden von Sternen über deinem Kopf belohnt jede kleine Anstrengung auf der Straße, jeden Tropfen deines Schweißes, jede Minute der Mutlosigkeit und jede Art unerwarteter Ereignisse. Wir fuhren in dieser Szenerie bis zur chinesischen Grenze und dann zurück. Ein solcher Lebensstil an wenigen Tagen zeigt, wie schön die Welt ist, wenn alle plötzlich auftretenden Umstände gelöst und überwunden sind – dies macht die Reisenden stärker und lässt sie stolz sein, ein Mensch zu sein, der sich an alle Bedingungen leicht anpassen kann. Das ist die Magie des Reisens. Egal wie viele Grenzen geschlossen sind, egal wie viele Kilometer Sie noch zurücklegen müssen, um einen Weg zu finden, es geht ums Abenteuer.

Fortsetzung folgt . . .

Ab heute berichten Marta und Lucas hier bei Touratech von Ihrer Weltreise. Wir werden in den kommenden Monaten mit spannenden Berichten und schönem Bildmaterial von den beiden Globetrottern versorgt. Heute stellen sich die beiden erstmal vor.

EPISODE 1

Wir sind Marta und Lucas - ein Paar, zwei Leute, beide mit dem Motorrad unterwegs und beide neugierig auf die Welt. Jetzt in unseren 30ern haben wir eine tolle Idee: die Idee, die Welt mit dem Motorrad zu bereisen.

Das Ganze ging bei Lucas mit einer Leidenschaft für Motorräder los -  ein kleiner Junge, der fast jede Minute damit verbrachte, an seiner Simson S51 zu schrauben und mit ihr herumzufahren. Es scheint, dass niemand sein wachsendes Interesse an schnellen Motorrädern aufhalten konnte. Und da sich unser Leben weiterentwickelte, änderten sich zwar die Motorradtypen, aber die Idee der 2 Räder und damit in die Ferne zu reisen, blieb für ihn unverändert.

Ich begann 2016 zusammen mit Lucas zu fahren, nachdem ich ihn, nach einem kleinen Unfall,  ihn um Unterstützung beim Fahren bat. Und damit begann unsere Geschichte.

Schließlich, nach dem Verkauf meines Motorrads, fiel hauptsächlich mir die Rolle der Sozia zu, natürlich mit der Möglichkeit, manchmal mit Lucas zu tauschen. Ja, gelegentlich sitzt ein Mann auf dem Rücksitz und ist glücklich darüber!

Motorradfahren ist Leidenschaft – das ist klar... In Kombination mit Reisen, Abenteuer und Neugierde auf die Welt, und als Erlebnis zweier Menschen, die sich gegenseitig motivieren – da kann man nur vermuten, was alles passieren könnte!

Hier sind wir also - schauen Sie sich um auf dem Globus; 86 Länder wurden inzwischen durchquert und rund 175 000 km auf einem Motorrad auf 5 Kontinenten zurückgelegt. Willkommen in unserer abenteuerlichen Motorradwelt, reisen Sie mit uns!

Wir erkundeten Teile Europas in der Freizeit oder in den Ferien. Die Logistik, unsere beiden Städte zu verlassen, war nicht einfach, aber je weiter man im Voraus etwas plant, desto einfacher ist die Organisation.

Die Insel Bornholm war die erste gemeinsame Reise auf einem Motorrad. Als wir entschieden, auf 1 Motorrad zu fahren, hatte ich Lucas sehr viele Einschränkungen und Regeln auferlegt, weil ich absolut keine Ahnung hatte, was mich auf dem Sitzplatz hinter ihm erwartete. Ich musste Lucas einfach vertrauen, und ich ließ ihm die Möglichkeit zu fahren, wie er es für richtig hielt. Das war schwierig, wenn man die Geschwindigkeit doppelt so stark empfindet als wenn man selbst fährt.

Ich bin sicher, du fragst dich - warum fährst du nicht auf deinem eigenen Motorrad? Das ist ziemlich sicher nicht meine Lieblingsfrage, aber sagen wir es einfach so: es ist nicht mein letztes Wort zu diesem Thema, und eines Tages, wenn wir wahrscheinlich unsere erste Weltumrundung beenden, wird die Zeit reif sein, auf mein Motorrad zu springen.

Auf jeden Fall ist es eine große Herausforderung, zu zweit die ganze Welt zu bereisen, und zu beweisen, dass man auch den ganzen Haushalt auf einem Motorrad mitführen kann.

Wir sollten später noch viel weiter fahren - von Polen über Slowenien, Kroatien und Italien, zurück über den Großglockner in Österreich, und dabei in 4 Tagen 3.000 km zurücklegen. Der nächste Trip waren Kiew, Tschernobyl, durch Moldawien nach Odessa, und zurück in weiteren 4 Tagen.

Jedes Wochenende an einem anderen Ort. Die Tage waren bis zur letzten Minute vor dem Dunkelwerden ausgefüllt. Total verrückte Pläne und jeden Tag Hunderte von Kilometern, um mit dem Schritt zu halten, was wir in das kurze Zeitfenster geplant hatten.

Immer glücklich, mit wachem Verstand, aber mit etwas müden Körpern, nachdem wir viele Stunden im Sattel saßen.

An solchen Tagen klingen wir, als würden wir süchtig werden, aber niemand, nicht einmal wir selbst, hätten erwartet, was uns bald darauf in den Sinn kommen würde...

Das Abenteuer Asien rief uns!

Fortsetzung folgt . . .

Catégorie : Adventure | Travel